Digitale Bildbearbeitung

digitale Bildbearbeitung

Bildbearbeitung ist keine Erfindung des digitalen Zeitalters. Schon immer wurden Bilder, vor allem Fotomaterial, überarbeitet. Meist steht dabei die Korrektur einer unbefriedigenden Fotoaufnahme, z.B. durch Nachschärfen, Verändern des Kontrastumfangs, Korrektur von „roten“ Augen usw., im Zentrum des Bemühens. Aber es gab und gibt auch andere Verwendungszwecke. Im Englischen heißt Bildbearbeitung Image Manipulation. Nomen est omen, denn das Manipulieren und Fälschen gehört mit zu den Anwendungsgebieten der Bildbearbeitung. Eines der berühmtesten Beispiele ist das „Verschwindenlassen“ Trotzkis und Kamenews: Ihre Anwesenheit bei einer Rede Lenins auf dem Moskauer Swerdlow-Platz wurde auf Veranlassung ihres Widersachers Stalin mit einem höchst aufwendigen Verfahren herausretouchiert (übrigens beließ Stalin es nicht dabei, sondern ließ Trotzki 1940 in Mexiko ermorden).

 

lenin

 

Was früher, in analogen Zeiten ein sehr zeitaufwendiges Verfahren war, geht heute mit Digitalbildern viel einfacher. Den Bildbearbeitungsprogrammen sei Dank. Marktführer unter den Programmen für digitale Bildbearbeitung ist unbestritten noch Adobes Photoshop, doch es gibt mit dem Opensource-Programm GIMP nicht nur eine kostenlose, sondern auch eine gute, wenn nicht bessere Alternative.[1]Vgl. http://www.rolfschweizer.de/lanze-brechen-gimp-oder-photoshop/ Letzter Zugriff: 11.01.2018 War das 1996 gestartete GIMP ursprünglich nur auf Linux-Betriebssystemen benutzbar, ist es mittlerweile auch auf Windows- und Mac-Systemen lauffähig und erfreut sich auch deshalb einer großen Verbreitung. Das Programm zur Bearbeitung oder auch Erstellung von Pixelgrafiken soll daher um Zentrum unserer Betrachtungen zur Bildbearbeitung stehen.

 

Zunächst sollen die GIMP-Ressourcen betrachtet werden. Die Seite wurde für eine BDK-Lehrerfortbildungsveranstaltungsreihe im Frühjahr 2009 erstellt und beinhaltet einen Großteil der zu dem Zeitpunkt im Netz verfügbaren deutschsprachigen Links auf GIMP-Ressourcen. Hier findest du neben Download-Adressen, Verweisen auf Handbücher, Foren, Anleitungen und Tutorien auch eine Listung thematischer Aspekte mit entsprechenden Links sowie Vorschläge für ein netzbasiertes Selbstlern-Anfänger-Curriculum.

GIMP-Ressourcen

 

Im Zentrum soll jedoch das Erlernen der Basisfunktionen von GIMP stehen, wozu es zwei Anleitungen gibt. Diejenigen, für die Computergrafik etwas ganz Neues ist, sollten sich allerdings zuvor den Crashkurs Computergraphik ansehen, denn das dort Ausgeführte wird in den beiden Anleitungen zu GIMP vorausgesetzt.

 

In Anleitung 1 werden Grundelemente der Bildgestaltung für bislang nicht mit dem Programm Vertraute erläutert. Diese Einführung ist nicht systematisch aufgebaut, indem in der Art eines Handbuchs die unterschiedlichen Funktionen erläutert werden (was für Anfänger meist sehr schwierig ist), sondern am Beispiel der Umgestaltung eines Bildes werden einzelne notwendige Schritte beschrieben, die einen Einblick in die Grundfunktionen des Programms ermöglichen. Konkret soll in einer einfachen Übung der von van Gogh porträtierte Monsieur Milliet in einen „Maoisten“ umgewandelt werden, indem ein Stern auf seiner Mütze appliziert und die Hintergrundfarbe durch eine andere ersetzt wird.

gogh

Ausgangsbild

maoist

Zielbild

Bei dieser Übung kann man hier Schritt für Schritt lernen:

  • Freistellen eines Motivs
  • Auswahl / Isolieren bestimmter Bildbereiche mittels Freihand-Lasso, magnetischer Schere, Zauberstab, Nach-Farbe-Auswählen-Werkzeug, Vordergrundauswahl-Werkzeug, Schnellmaske
  • Bildausschnitt mit der Lupe vergrößern
  • Arbeitsschritte rückgängig machen
  • Umkehren einer Auswahl
  • Farbtöne auswählen
  • Zeichnen mit dem Stift
  • Maskieren mit der Schnellmaske
  • Einfärben mit dem Füllen-Werkzeug
  • Bildbereiche kopieren mit dem Klon-Werkzeug
  • Speichern eines Bildes

Anleitung 1

 

In Anleitung 2 wird beschrieben, wie man in GIMP verschiedene Bilder zusammenfügen kann. Dies wird wiederum an einem konkreten Beispiel verdeutlicht, wobei van Goghs „maoisierter“ Monsieur Millet zum Teilnehmer einer Demonstration wird, genauer gesagt in ein historisches Demonstrationsfoto hineinkopiert werden soll.

maoist

Ausgangsbild 1

Demo

Ausgangsbild 2

Zielbild

Zielbild

Hierbei wird u.a. behandelt:

  • Veränderung von Helligkeitswerten
  • Umwandlung eines Schwarz-Weiß-Bildes in ein Farb-Bild durch Erhöhung der Farbtiefe
  • Lesen von Bildeigenschaften
  • Veränderung der Auflösung
  • Veränderung der Abmessungen eines Bildes
  • Veränderung der Druckgröße
  • Herstellung transparenter Bildbereiche durch „Farbe zu Transparenz“ und Alphakanal
  • Einfügen eines Bildes in ein anderes
  • Anlegen einer neuen Ebene
  • Modifizieren einer Auswahl
  • Verschieben einer Auswahl

Anleitung 2

 

Schließlich folgen ein paar Aufgabenbeispiele für digitale Bildbearbeitung, die exemplarisch Anwendungsgebiete zeigen.

Beispiele